English film critic
A brief film critic in english. A PODCAST from swissinfo. Link to english podcast

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“Es ist die grosse Stärke des Films, dass er fast nebenbei mit vielen Klischees aufräumt. Dabei huldigt er keiner angeblich heilen Welt, sondern richtet den Blick auf eine faszinierend starke soziale Gemeinschaft.”
“Faszinierend dass altes Brauchtum so modern wirken kann. So manch traditioneller Jodel könnte glatt als esotherisches Mantra durchgehen. Und obwohl es ein Männerklub ist, führt eine Frau das Zepter.”
Seit sie 2009 mit dem «Fiir vo dr Sehnsucht» zu den Fernsehstars der grössten Schweizer Hits wurden, sind die Wiesenberger wohl der bekannteste Jodelchor der Schweiz. Der aktuelle Dokumentarfilm erzählt die Erfolgsgeschichte. Eingebettet in persönliche Episoden und mit eindrücklichen Beispielen typisch schweizerischer Kompromissfindung.
Die beiden Regisseure des Films “Die Wiesenberger”, beide eingefleischte Stadtmenschen, erzählen in beeindruckenden Bildern und mit viel Feingefühl von einem fast märchenhaften Aufstieg.
Vor der Postkarten-Kulisse fängt der Dokumentarfilm über das Märchen um den Männerchor an. Die Wiesenberger treffen sich zum Üben. Männer, die hart gearbeitet haben, finden ihren Feierabend. Wir hatten solchen Vielklang von Stimmen lange in Sardinien oder Bali gesucht, oft in Bulgarien vermutet, und finden ihn nicht überraschend auch an den gächen Hängen über Dallenwil: Polyphone Gesangskunst. Wehmut und Tiefgang. Stimmung und Stimmenvielfalt. Wir haben es schon immer vermutet: Stimmen von Menschen, die nach getaner Arbeit Harmonie und Harmonien suchen, haben einen besonderen Klang. …
Die diesjährige Auswahl für den Publikumspreis in Solothurn ist gross – und attraktiv. Und mindestens drei der nominierten Dokumentarfilme (Spielfilme sind auch dabei, zum Beispiel Hell von Tim Fehlbaum, oder Off Beat von Jan Gassmann) fahren auf den ersten Blick die Ethno/Folklore-Schiene, wenn auch jeder auf seine sehr spezielle Art. Alpsegen von Bruno Moll, der rasante, schwarzweisse und als Hommage an Scorseses Raging Bull ziemlich grossartig gestaltete Kampf der Königinnen von Nicolas Steiner und schliesslich die grosse Überraschung von gestern Abend, Die Wiesenberger. Der Film ist darum eine positive Überraschung, weil er einerseits sorgfältig eine Erfolgsgeschichte mit Folgeproblemen erzählt, nämlich die der plötzlichen Popularität des Jodlerklubs Wiesenberg nach ihrem Sieg bei den grössten Schweizer Hits…
Die beiden Dokumentarfilmer Bernard Weber und Martin Schilt haben zwei Jahre lang mit Geschick und Einfallsreichtum den Aufstieg der Wiesenberger-Jodler mitverfolgt. Dabei beleuchteten sie nicht nur deren überraschenden Aufstieg ins sogenannte ‘Showbusiness’, sondern befassten sich auch intensiv mit den persönlichen Erfahrungen und Meinungen der 20 Männer und der Dirigentin (Silvia Wildlin). …
10v10 Beitrag über die Filme: DIE WIESENBERGER und KAMPF DER KOENIGINNEN an den Solothurner Filmtagen.
Der Film dokumentiert einen Verein, der das Rampenlicht nicht suchte und trotzdem vom Schicksal mit Glück überhäuft wurde. Schon der erste Hit, ein Cover des Mash-Titels “Ewigi Liebi”, suchte nicht das grosse Publikum. Vielmehr hatte die Dirigentin des Vereins das Lied für eine Hochzeit umgeschrieben – es sollte gar nie auf eine CD kommen.
Doch plötzlich sind die rund 20 Aktivmitglieder des Jodlerklubs in der ganzen Schweiz gefragt. Endgültig zu Schweizer Prominenten werden sie im November 2009 nach dem Sieg in der Sendung “Die grössten Schweizer Hits”. Zwar feiern sie noch ausgelassen, doch die vielen Terminanfragen setzen der Harmonie zu.